14. April 2012

Landleben

Schafschur 
Die Tage vergehen und Jeff und Jill haben ein schönes Programm für mich. Beide gehen arbeiten und machen ihren Sachen, aber trotzdem planen sie mich mit ein und machen ein paar Besonderheiten für mich.

Erstmal wurden für mich 2 Schafe geschoren. Jeff macht das seitdem er ein Teenager ist. Schaf auf den Hosenboden gesetzt, bissel festgehalten und los gehts. Die Wolle wird später verkauft. Aber da sie ja nicht hunderte von Schafen haben, ist das mehr ein Hobby.

In Stratford, 11km entfernt, gibt es das "Glockenspiel". Es heisst wirklich so und wird fast deutsch ausgesprochen. ;)  Stratford ist eine Shakespearstadt, viele Strassen sind nach Figuren von ihm benannt. 4 mal am Tag kommt nach dem Glockenschlag eine kleine Vorführung: Romeo und Julia gucken aus den Fenstern eines Turmes heraus (das sind geschnitztes Figuren), sprechen sich Verse aus dem gleichnamigen Stück zu und es kommt auch noch Musik.
Ich frag mich wieviel Touristen sich das angucken (und wieviel Einheimische). Ich standt zumindest im Regen mit 3 anderen und hab mir das angeguckt.

Einen anderen Tag waren wir hier in der Nähe an einem See wandern. Das besondere ist, dass es ein Naturschutzgebiet ist, dass eingezäunt ist. Da so viele Tiere nach Neuseeland eingeführt worden sind (Igel, Hermelin, Wiesel, Possums, Hasen, Ratten...), die die Einheimischen Tiere fressen, wurde der Zaun gebaut. Es hat doppelte Türen. Wenn man mit dem Auto reinfährt, muss man erst warten bis die eine Tür geschlossen ist, dass sich die nächste öffnet.
Im Allgemeinen werden in den Nationalparks viele Tierfallen aufgestellt, damit die "Raubtiere" gefangen werden und nicht überhand nehmen.

Te Rewa Rewa Brücke
 In New Plymouth, der grössten Stadt in Taranaki, wurde ein langer Weg gebaut, auf dem man spazieren und Rad fahren kann. Wir haben die Räder aufs Auto geladen und sind dann von New Plymouth den Weg langeradelt. Auf dem Weg zurück hatten wir starken Gegenwind, am Ende kam ich doch an.
Man darf nicht vergessen, dass Jill und Jeff ganz schön sportlich sind. In der Vergangenheit waren sie regelmäßig laufen. Jetzt gehen sie noch wandern und radfahren. Ich muss mich ganz schön ranhalten, um Schrittzuhalten!
Die "Te Rewa Rewa"-Brücke ist DIE Attraktion auf dem Walkway. Sieht aus wie ein Walgerippe, hat aber auch wieder eine Bedeutung für die Maori und den Taranaki  Berg.


Kühe melken
Jeff wollte mir als Stadtmensch natürlich auch einen echten Kuhstall zeigen! ;) Aber ganz ehrlich, und ich kanns ja nicht leugnen, bin ich ja ein Stadtmensch. Also hab ich noch nicht wirklich eine Melkmaschine und 20 Kühe in einer Reihe gesehen, die gemolken werden.
Die Farmer waren total nett, haben mir ihre "kleinere" Farm gezeigt mit ca 180 Milchkühen und noch weitere Kälber. 2 Kühe haben sie mir ausgesucht, die ich streicheln kann, hihi. Angesabert haben sie mich nach einer Weile und letztendlich auch streicheln lassen. :) Jede Kuh hat eine Nummer. Aber weil die Bauern auch ein Herz für die Kühe haben, haben manche auch Namen. Ist schon komisch. Aber letztendlich ist es eine Industrie für Milch (und Fleisch) und kein Zoo.

Jeff und Jill sind sehr großzügig. Die haben mein Auto reparieren lassen (da war ja immer noch was mit dem Auspuff und dem Bremslicht.). Sie wollen auch dass ich sehe, wie eine "richtige" Kiwifamilie ist, wie einander geholfen wird, wie entspanntes und lockeres Leben aussieht. Ist schon komisch, ein anderer Lebensstil. Keine Frage, die beiden haben auch hart gearbeitet im Leben und arbeiten immer noch hart. Auf der anderen Seite aber ist Luxus im Haus nicht so wichtig und es gibt kaum Prestigeobjekte. Manchmal merk ich auch, dass wir andere Meinungen haben z.B. über Erziehung. Da weiss ich nicht so richtig ob es ein Unterschied zwischen NZ und Deutschland ist oder Stadt und Landleben. Ich kläre sie auch über den Fall der Mauer auf und was ich dabei erlebt hab. Zeitzeugin sozusagen.
Noch ein Geschenk hab ich erhalten: Ich habe meine Brille in Dunedin vergessen. Nachdem ich 300km weit weg war, hab ich das gemerkt. Nach unendlichen Versuchen eine alte Arbeitskollegin zu überzeugen sie abzuholen und zu schicken (hat nicht geklappt), hab ich einfach das Krankenhaus angeschrieben und sie haben mir die kostenlos nach Eltham geschickt. Sehr schön! :)

Heute gehts wieder wandern. Vielleicht morgen auch auf den Berg Taranaki...

1 Kommentar:

  1. Hey Maren,

    ist wieder toll, von dir zu hören- spannend!
    Liebe Grüße und genieß die Zeit!

    Peggy&Co

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