2. Mai 2012

Kiwis verpacken

Montag war mein 1. Arbeitstag. Und ich kann sagen: Kiwis verpacken ist besser als Housekeeping/ Zimmermädchen!! :D Das Stehen ist zwar anstrengend, aber ich bin nicht so gestresst wie in Queenstown.

Mein Arbeitstag sieht so aus: Tagesschicht 7 Uhr morgens bis 17:30 Uhr, wenn voller Betrieb ist. 15 min Pausen vormittags und nachmittags udn 30 min Mittagspause. Im Pausenraum gibts Kaffee, Tee, Wasser und Microwellen zum Essen warmmachen. Oder ich kann was bei der Kantine kaufen.

Ich muss ein Haarnetz tragen und eine Schürze ummachen. Dann stell ich mich ans Fliessband. Kiwis kommen herausgerollt, ich packe sie in einen Karton mit einer Plastiktüte, die ich danach zu machen muss, dann den Karton schließen und aufs nächste Fließband schieben.
Ich muss immer mitzählen: 41 dicke grüne Kiwis oder 66 kleine gelbe Kiwis kommen in eine Kiste. Kommt aber auf die Sorte drauf an. Natürlich sind weniger Kiwis einfacher.
Manchmal ertönt eine Hupe, dann ist Produktionsstop und eine neue Sorte Kiwi rollt herein. Das heisst aber auch ein paar Minuten Pause und warten.
Ich steh also mit 20-30 anderen Mädels und verpacke Kiwis. Andere Leute sortieren die nach Klasse 1 und 2. Andere machen die Plastiktüte in den Karton und schieben sie zu uns. Nach meiner Packaktion kleben die Jungs den Aufkleber auf die Kiste (welche Sorte usw.) und sie heben sie auf Paletten, wo hundert Kartons aufgestapelt werden. Dann wird diese Palette wegtransportiert und die nächste wird angefangen.
Ist alles sehr monoton. Aber die Arbeit ist nicht zu kompliziert. Ich muss stehen und warten und zählen, Knopf fürs Fließband drücken, Tüte zumachen, Karton schließen. Manchmal zähl ich auf deutsch, manchmal auf englisch oder französisch. Nehme ich 4 Stück auf einmal, dann brauch ich nur bis 10,5 zählen. Haha, aber ich kann ja noch an meiner Technik pfeilen! :D Es gibt leider kein Radio und keine Uhr. Ich glaub, nur mein Magen oder Durstgefühl sagt mir, wann die nächste Pause ranrückt.

Im Großen und Ganzen nicht all zu schlecht. Wenn die volle Produktion läuft, dann arbeiten wir 10h am Stück. Am 1. Tag war ich aber nur 5h da, am 2. nur 4h, weil wir zu wenig Kiwifrüchte hatten. Heute haben wir sogar frei. Das Packen ist leider sehr abhängig vom Kiwis pflücken. Wenn es regnet oder der LKW sonstewo stehenbleibt, haben wir keine Arbeit. Aber die sagen, das wird in der nächsten Woche besser.

Unterkunft: Erst hab ich bei einer Familie gewohnt, die aber 23km von meiner Arbeit entfernt sind. D.h. immer fahren. Jetzt bin ich näher ran gezogen in ein Wohnheim. Ist nicht das schönste, aber treffe ein paar Leute: Aus Chile, Mexiko, Nepal, Argenthinien, Deutschland.
Leider stelle ich fest, dass ich wohl das einzige Mädel bin, was alleine Fruitpicking macht. Die anderen reisen alle gemeinsam mit einem Freund/ Freundin. Das ist schade und schwieriger Anschluss zu finden. Ich kam auf Arbeit noch nicht so ins Gespräch mit anderen.

Ich vermisse Euch mal wieder! Drück Euch ganz fest!

P.S. Guckt mal auf den Karton im Supermarkt, wo die Kiwis herkommen: Firma ZESPRI von Mount Maunganui, Bay of Plenty, New Zealand! :) Wir verpacken leider keine Familienpackungen mit 6-8 Kiwis in einer Plastikbox. Deswegen nur die großen Kartons.

2 Kommentare:

  1. Ja dann steck mal ne Karte in so einen Karton oder schreib was auf eine Kiwi. Aber Vorsicht, wenn die Kiwis Füße haben nicht verpacken.

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  2. Die Kisten habe ich, neben einer italienischen Sorte, bei Aldi gesehen.

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