23. April 2011

Wuestensafari

Tag 1:

Um 6 Uhr wurde ich aus dem Quartier abgeholt. Es ist das erste Hostel, wo ich die Leute freiwillig so frueh aufstehen gesehen hab! Dann ging es von Alice Springs den langen, langen Weg zum Uluru, genauer gesagt zum „Ayers Rock Resort“, wo man vom Camping bis zum 5-Sterne-Hotel alles buchen kann. Wir hatten eine eigene kleine Ecke fuer uns.

Dann ging es natuerlich zum Uluru: DAS Uluru-Foto schiessen, halb um den Berg wandern und abends den Sonnenuntergang mit Sekt und Knabbereien geniessen.

Wisst Ihr, dass der Berg wie ein Eisberg ist? Der meiste Teil ist unter der Erde und natuerlich nicht zu sehen. Und warum ist der Berg (an der Oberflaeche) und der Sand ringsherum rot? Wegen dem hohen Eisengehalt. Es „rostet“ ueberall. Warum gibt es so viele Fliegen? Keine Ahnung, aber Peggy, Dein Fliegennetz hat mir gute Dienste geleistet! Ueberall fliegen kleine Fliegen herum, krabbeln in Nase, Mund und Ohren rein. Es war nicht die allerschlimmste Fliegenzeit, aber schon so belaestigend, dass man lieber komisch aussah als dass man eine Fliege verschlucken wollte!

Nachts schliefen wir in Swags/ „Australien sausage roll“/ Bush bed, das war ein grosser Schlafsack aus robusterem Material, mit einer Matratze drin, mit einem Reisverschluss von beiden Seiten zu schliessen und innen drinnen natuerlich noch ein Schlafsach. Wir legten uns alle um das Lagerfeuer und konnten in die Sterne sehen. April und Mai sind gute Jahreszeiten fuer den Uluru, weil die Regenzeit vorbei ist und es tagsueber nicht mehr ganz so heiß ist (also nicht mehr 40 Grad, sondern nur noch 30), dafuer sind die Naechte schon ganz kuehl.

Tag 2:

Wieder 5 Uhr aufstehen, damit wir den Sonnenaufgang sehen koennen. Gekocht wurde immer auf dem offenen Feuer. Alles hatte seine Zeit. Kaffeewasser, Toast, Abendessen.

Sonnenaufgang bei den Kata Tjutas (The Olgas), „Die Koepfe“, lauter runde, nackige Steine und Berge, also ohne Pflanzen bewachsen. War auch wunderschoen zu wandern und anzusehen!

Jeden Tag mussten wir Holz sammeln fuer die Zubereitung unseres Essen und die Nacht.

Uebernachtung im Bushcamp: Wir hatten ein Toilettenhaeuschen mit Wasserspuelung. Nur die Tuer fehlte... wunderschoener Ausblick! Und noch eine Herausforderung fuer mich: Die Dusche war so rustikal, das warme Wasser musste im Ofen angeheizt werden.

Da die Australier Sarkasmus lieben (ich ueberhaupt nicht!) machten sie sich einen Scherz, dass ich das selber machen muss um duschen zu koennen. Hallo?! Ich bezahl teures Geld fuer den Trip und muss mich alleine um warmes Wasser kuemmern, wo ich doch keine Ahnung vom Feuer machen hab?

Tag 3:

6:30 Aufstehen: Wow, ein bisschen 'aus'schlafen! Wandern im Kings Canyon! Eine ganz andere Art von Gebirge... gruen und bewachsen, so unterschiedliche Arten von Stein....

Wer das erste Stueck des Aufstiegs ueberlebt, den 'Herzattackenaufgang', der ueberlebt alles! Dachten wir jedenfalls. Eine gewichtige Dame aus Frankreich hat sich den Fuss umgeknickt und konnte nicht weiterlaufen. Unser Guide durfte uns nicht alleine weiterlaufen lassen. Die Frau hatte keine Krankenversicherung und so sassen wir erstmal 2h fest. In der Hitze. Unser ganzer Zeitplan hat sich verschoben. Und letztendlich gings mir dann am Nachmittag nicht so gut. In der groessten Mittagshitze mussten wir den Berg absteigen.

Tag 4:

Uebernachtung und Privatfuehrung auf dem Grundstueck eines Halbaboriginies. Hat uns hauseigene Fossilien gezeigt, Malereien, seine Oelplantage. Wir konnten Fragen stellen soviel wir wollten. Auch: 'Warum trinken die Ureinwohner Australiens eigentlich soviel Alkohol?'

Baden im Fluss. Zelten im (trockenem) Flussbett.

Tag 5:

Eine ganz besondere Wanderung: Ich bevorzuge langsam zu gehen und die Natuer zu geniessen. Naja, leider nicht alle. Oder die koennen wirklich so schnell gehen mit ihren langen Beinen. ;) Wieder eine Herausforderung: Der Weg war von einem Fluss unterbrochen. Das hiess: Bikini an und den Rest in eine Tuete gepackt und geschwommen. Das Wasser war sehr kalt. Aber auch das habe ich geschafft.

Alice Springs

In Alice habe ich mir „The school of air“ (Die Luftschule) und „The Royal Flying Doctor Service“ (Die fliegenden Aerzte) angeschaut.

Da die Flaeche im Zentrum Australiens nicht so dicht besiedelt ist und es fuer manche Kinder schwer oder zu weit ist, zur Schule zu gehen, werden die Kinder frueher mit dem Radio heute mit Internet und Kameras von Lehrern unterrichtet. Ein paar Mal im Jahr treffen sich alle 100 Schueler zu einem Klassentreffen.

Die fliegenden Aerzte erreichen 96% aller Einwohner mit dem Flugzeug. Die Flugzeuge sind super ausgestattet, so dass auch Operationen stattfinden koennen. Eine tolle Erfindung und Bereicherung in dieser Ecke des Kontinents!

The Ghan

24h im Zug. Schoene Aussicht. Schoene Sitze. Nette Bekanntschaften: Z.B. eine deutsch-englische Familie mit 2 Kindern reiste mit dem Caravan von Spanien bis nach Indien. Und dann in Australien. Kinder sind SEHR unterhaltsam! :)

2 Kommentare:

  1. "Eine gewichtige Dame aus Frankreich hat sich den Fuss umgeknickt und konnte nicht weiterlaufen" Mwuahahahaa! In der Kürze, in der Du das beschrieben hast, wird es aber dem Drama echt nicht gerecht, das sich da (und Tage später noch) vollzogen hat... ;-)

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  2. Ich hab dem Office schon ne fette Email geschickt und mir Luft gemacht! Aber behaltet das Gute, vergesst das Schlechte... :)

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