Wow, Lindeman-Island ist wirklich eine sehr spezielle Erfahrung... und das Leben liebt Ueberraschungen. Der Job war ja wie eine Wundertuete, ich wusste nicht was drin ist. Trotzdem hab ich ja immer noch die Wahl ob ich hier bleibe oder nicht.
Am Samstag kam ich hier mit der Hauseigenen Faehre an, erst von Airlie Beach nach Hamilton Island, dann weiter nach Lindeman Island. Eine Tour kostet fuer uns Staff 17 Dollar. D.h. Wenn ich einen Ausflug nach Airlie Beach machen moechte, kostet das schon mal 34 Dollar (fuer die anderen ungefaehr 100). Sorry, ich rede hier schon wieder vom Geld! ;)
Am ersten Tag schien noch die Sonne und ich konnte erstmal „ankommen“. Es gibt ja superviele Inseln hier und unsere liegt auch in mitten von anderen. Man kann mit dem Kajak die gegenueberliegende Insel erreichen. Viele sind huegelig, sind gruen, haben Straende und laden zum Wandern ein.
Club Med hat 3,5 Sterne, ist das einzige Resort auf dieser Insel, hat ca 180 Mitarbeiter, 500 Betten, davon sind ca 250 belegt. Club Med teilt seine Mitarbeiter auf in „praesente“ und „im Hintergrund arbeitende“. Hat auch alles geschichtlichen Hintergrund, zu lesen auf der Club Med Homepage oder Wikipedia. Ich bin ein GE, die anderen sind GO. Dann gibt’s noch GM. Kein Mensch spricht die Woerter aus, deshalb weiss ich auch nicht so genau, was die Bedeutung ist.
GE machen die „dreckigere“ Arbeit, haben 2 Tage pro Woche frei, bekommen bisschen mehr Geld, duerfen aber nicht in den Gaestebereich, wohnen im Mitarbeiterbereich mit eigener Kantine, Swimmingpool, Bar, Telefonzellen, kleinem Shop, kostenlosen Waschsalon usw.
Die GOs wohnen woanders, naeher bei den Gaesten, haben nur 1 Tag pro Woche frei, duerfen im Gaestebereich essen, muessen aber die ganze Zeit Kontakt mit den Gaesten haben und Laecheln und mit denen Reden (auch wenn die Gaeste es nicht wollen, werden die zugetextet). Nur an ihrem freien Tag duerfen sie in unseren Bereich kommen und duerfen mal untertauchen.
Ich habe ein Einzelzimmer. Wer zusammen anreist, kann auch im Doppelzimmer wohnen. Wir wohnen in einfachen Baracken, die auf Holzpfaehlen auf eine Wiese gestellt wurden. ;) Da sind ca 6 Bereiche/ Blocks/ Komplexe. Manche haben noch eine Sitzgelegenheit, wo man sich mit den anderen hinsetzen kann. Das Bad ist woanders, da muss ich ein paar Meter laufen, um meine Dusche geniessen zu koennen.
Hab hier Internet (wifi) fuer 15 Dollar fuer 5h, ist also noch erschwinglich. Im kleinen Shop kann man noch Dinge kaufen, die einem fehlen, aber sonst bringen einem nette Leute auch etwas mit wenn sie einen Tagesauflug machen.
Das Resort im Allgemeinen ist 60 Jahre alt, ganz ehrlich gesagt ziemlich heruntergekommen und nicht schoen anzusehen. Es gibt tolle Kinderbetreuung und sehr viele Sportmoeglichkeiten (Segeln, Kajak fahren, Bogen schiessen, Golfen, Trapez wie im Zirkus, Tennis, Wasseraerobic). All you can eat and drink. Und eben die Animation von den Mitarbeitern. Jeden Abend eine Show.
Meine Arbeitseinteilung ist ziemlich seltsam, der Arbeitsstil hier im Allgemeinen auch. Aber vielleicht denke ich auch einfach zu „deutsch“ oder was auch immer. Jeder Housekeeper arbeitet 8 h taeglich, egal wieviel Check Outs oder taeglicher Service wir haben. Was nicht geschaft wird, wird am naechsten Tag gemacht. Sollte ich frueher fertig werden, kann ich mich in ein freies Zimmer setzen und Fernseh gucken oder schlafen. Ich darf aber offiziell nicht eher gehen. Ganz ehrlich? Da haelt sich meine Motivation sehr in Grenzen. Ich merke, dass ich lieber Leistungsorientiert arbeite. Ich mein, mal ist es ganz schoen auch langsam machen zu koennen. Aber wenn ich nicht eher gehen kann und meine Zeit dann im Zimmer absitze oder die Zimmer bis zum naechsten Tag warten koennen, hab ich weniger Ansporn. Standardantwort ist sowieso „Dont worry! Mach Dir keine Sorgen! Wird schon!“
Kein Mensch traegt hier schwarze Schuhe, auch nicht die Chefin. Kann ich also gleich in den Muell werfen. Und irgendwie macht hier jeder was er will.
Ganz viele Leute sind hier short-term, als kurz- bis mittelfristig angestellt. D.h. Ich wurde von Leuten eingearbeitet, die selber nicht laenger als 3 Monate hier sind. Ausserdem waren es die letzten 3 Tage Koreanerinnen, die Woerter so falsch aussprechen, dass ich sie nicht verstehe oder die mein englisch nicht verstanden oder ich ihr englisch nicht verstand (die eine lebt schon 2 Jahre in Australien). Es gab also erstmal voll die Verstaendigungsschwierigkeiten und ich hab mir erstmal keine Freunde gemacht.
Von der Arbeit ist es hier ganz aehnlich wie in Cairns. Nur muessen wir hier voll viele Treppen steigen und haben einen Korb mit unseren Utensilien. Und natuerlich Mob, Besen, Muellsack, jeweils 1 Waeschesack fuer Bettwaesche und Handtuecher. D.h. Es gibt hier wirklich Kilometergeld.
Die Leute: Es ist hier echt schwer fuer mich mit Leuten in Kontakt zu kommen und Freunde zu finden. Selbst einfach beim Essen in der Kantine jemand nettes bei sich sitzen zu haben.
Ein italienisches Paaerchen ist ganz nett (das Maedel ist auch Sozialarbeiterin) und 2 Chefs in der oberen Etage auch. Aber die Franzosen reden nur franzoesisch am Tisch und hocken zusammen. Die Koreaner ebenso. Da kommt man schlecht rein in die Gruppe.
Aber alles braucht seine Zeit.
Heute hab ich frei. Leider kann ich noch nicht mal einfach die Insel erkunden, weil es fast nur regnet.
Muss mich hier ein bisschen einleben, ansonsten hab ich 1 Woche Kuendigungsfrist und kann dann gehen. Mal schauen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen